Langelandbericht 20.04 - 27.04.2002 |
| Geschafft, Urlaub... endlich Urlaub. Nach nie enden wollenden 7 Monaten der Meeresangelabstinenz war es wieder soweit. Auf meine Lieblingsostseeinsel Langeland sollte es gehen. Wir haben uns Anglerisch viel vorgenommen. Irgendwie wollten wir alles mal machen. An erster Stelle stand dabei das Schleppen auf unserer Wunschliste. Dorsche wollten wir natürlich auch Angeln. „Bring ordentlich Fisch mit“ waren die Worte meiner Frau, die mir auf der Anfahrt immer noch im Ohr lagen. Die ist gut, dachte ich. Die sollte mal lesen was meine Angelbordkollegen bis jetzt in diesem Jahr auf Langeland erlebt hatten. Auch Infos von Bekannten die in diesem Jahr schon dort waren ließen keine allzu große Hoffnung auf Dorsch in mir aufkommen. Außer dem Bericht von Mico konnte ich keiner Infoquelle was positives entlocken. Aber wie heißt es immer so schön ?? Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. | |||
| Um 2.00 Uhr Nachts startete ich die Maschine meines „alten Kumpels“, einem Patrol der mittlerweile schon 450.000 Km ohne Mucken gelaufen ist. Ein treuer Begleiter auf vielen Angeltrips. Leichtes Gasgeben bestätigt er stets mit leichtem Neigen der Karosserie und der Klang von 6 einwandfrei funktionierenden Zylindern durchbrach die Stille der Nacht. Ein Gefühl das früher wohl nur die Siedler im wilden Westen erlebten wenn sie sich mit Ihrem Treck in Bewegung setzten überkam mich mit aller Gewalt. Mein Grinsen passte in keinen Rückspiegel mehr. Endlich wieder Angeln auf alles was ich gerne und mit Liebe Angel. Aber los jetzt... Jürgen wartet. Ich fuhr gegen die eigentliche Fahrtrichtung um meinen Angeltripbegleiter der ersten Stunde von zu Hause abzuholen. Vor 6 Stunden hatten wir das letzte mal telefoniert und wie immer stand er pünktlich mit gepackten Sachen vor dem Haus als ich mich in „Schleichfahrt“, um seine Familie nicht zu wecken, seinem Standort näherte. „Moin, kann es losgehen“ ?? Klar konnte es losgehen !! Wir verstauten seine Sachen im Auto und ich schlug Kurs Nord ein. |
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| Die
ersten 30 Minuten redeten wir kaum, Kaffee ?? Zigarette ?? mehr nicht.
Alles andere sagten uns unsere Blicke die wir ab und zu verstohlen
austauschten. Nur nichts anmerken lassen und cool wirken. Also los...
fahren wir Angeln ..............
Problemlos rollten wir durch die von Franky geschilderten Blitzen an der A1 bei Bremen. Den Elbtunnel nahmen wir ohne Stau und schneller als erwartet überquerten wir die Grenze zu Dänemark. Auf der Fahrt fiel mir ein grüner Subaru auf. Ist das havkat ?? Der fährt doch so ein Auto ?? Schon wieder auf Mefopirsch der Mann ?? Ich wusste zwar nicht genau ob er es war aber er hatte schon verdammte Ähnlichkeit mit dem Mann auf den Bildern im AB. In Gedanken wünsche ich Ihm alles Gute. Weiter ging die Fahrt. Kurz vor 9 Uhr überquerten wir die letzte Brücke die nach Langeland führt. Wir sind da !! Optimistisch wie wir immer sind fuhren wir zuerst zu Novasol um mal vorsichtig anzufragen ob unser Haus vielleicht schon frei war. War es nicht....schade. Um 12.00 Uhr sollten wir wiederkommen. Es war aber erst 9.15 Uhr. Spinnfischen ?? Jetzt noch ?? Lohnt nicht mehr, stellten wir fest. Wir fuhren erst mal zum Angelzentrum Langeland um uns unsere Angelkarten zu besorgen und um erste Infos über die in der letzten Woche gefangenen Fische zu bekommen. Thomas war wie immer sehr hilfsbereit und beantwortete unsere Fragen geduldig. In der letzten Woche war eine Meerforelle von 11,25 Kg Fisch der Woche geworden. „Ausgenommen und vom Ufer aus gefangen“, fügte er hinzu. „Wahnsinns-Fisch!!“ dachte ich. „Und das von Ufer aus. Hört sich gut an“. Mit Dorsch war es nicht so dolle letzte Woche. „Macht nichts“ dachte ich, dann schleppen wir eben. Große Mefos sind da und meine Vorfreude auf den Nachmittag war mittlerweile unerträglich. War zwar im Moment ein bisschen zu windig zum Schleppen aber bis Nachmittags kann auf Langeland viel passieren Wettermäßig. Bei Ole Dehn stellten wir später wieder die gleichen Fragen wie bei Thomas. Doppelte Infos sind besser. Die gleichen Antworten folgten und wieder die Rede von dieser Mefo. Der nächste Weg ging zu Nikolaj Östa von der Bootsvermietung IBI der bereits dabei war die Boote für die am Nachmittag zu erwartenden Angler herzurichten. Ein freundliches guten Morgen des anscheinend immer gut gelaunten Nikolaj schallte uns schon aus einiger Entfernung zu ihm entgegen. Auch er erzählte von dieser Meerforelle die am Ufer gefangen wurde. Irgendwie hatten wir die Hoffnung unser reserviertes Boot gegen ein größeres tauschen zu können. Leider war das aber nicht möglich da alle Boote in dieser Woche bereits vermietet waren. Auch egal. Hauptsache wir hatten ein Boot. Trotz zäher Verhandlungen konnten wir ihn aber nicht überreden uns unser Boot ( 4,65 Meter 30PS 4-Takter ) bereits zu übergeben. Um 13.00 Uhr können die Boote in Empfang genommen werden, da gibt es keine Ausnahme ....... Schade. |
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Um 12.00 Uhr bekamen wir dann die Schlüssel für unser Haus und wir zogen in neuer Rekordzeit ein. Um ca. 13.30 hatten wir bereits gegessen und unsere Angeln montiert. Wir entschlossen uns auf Grund des Windes ( ca. 3 Windstärken aus Ost ) erst mal mit der Pilke die Lage zu peilen. Wir fuhren gleich die Stelle an wo wir letzen September viele Dorsche zwischen 3 und 6 Kg erwischen konnten. Ein 12 Kg Fisch von Kumpel Markus, der dieses Mal leider nicht mit uns fuhr, wurde damals Wochensieger. Gespannt ließen wir zum ersten Mal die Pilker in ca. 32 Meter tiefes Wasser hinunter. Doch schnell kam die Ernüchterung. Eine enorm starke Oberflächenströmung aus Süd ließ uns mit ca. 3,5 Knoten übers Wasser driften. Diese reichte bis in ca.12-15 Metern Tiefe.
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| Deutlich konnte man die Strömungsdifferenzen auf dem Echolot als durchgezogene Linie erkennen. Oben ging es Südwärts und unten Nordwärts mit der Strömung. Da der Wind ungünstig zur Strömung stand konnten wir die Drift auch nicht mit dem Treibanker bremsen. Er wirkte in dieser Situation wohl mehr wie ein Driftbeschleuniger. Mit 300gr Pilker gaben wir uns Mühe den Boden zu erreichen. Nach zwei, drei Minuten gingen diese schon fast waagerecht durchs Wasser. Ein vernünftiges und kontrolliertes Angeln war nicht möglich. Wir erwischen bis zum Abend jedoch noch viele Dorsche zwischen 15 und 50 cm auf die Beifängerhaken die wir mit Wattwurm beködert hatten. 5 davon fielen unserer Gefriertruhe zum Opfer damit meine Frau auch einige Tüten Filets in Empfang nehmen konnte. Abends dann ein Telefongespräch mit meiner Frau. Eurer vierte Mann ( Snoek und ein Kumpel der bis dahin noch nicht zum Meeresangeln war, wollten am Montag nachkommen, da Snoek am Sonntag noch zur Kinderkommunion seines Patenkindes musste ) liegt bei uns auf dem OP-Tisch. Wir müssen ihm den Blinddarm rausnehmen. Das war ein herber Schlag ins Gesicht. Wie sollten wir in so kurzer Zeit hier von Langeland aus noch einen Ersatzmann finden ??. Danach ein Telefonat mit Snoek, der versuchen wollte jemanden zu finden. Mitten im Gespräch gab mein Handy plötzlich seinen Geist auf. Pech!! Pech?? Und das jetzt gleich am Anfang unseres Urlaubs ?? Starke Strömungen, auflandiger Wind, kranker Kumpel und kaputtes Handy...das Unheil schien seinen Lauf zu nehmen. Eigentlich wollte ich noch bei Ace und Robert anrufen um ein Treffen abzustimmen. Nur leider waren die Nummern im Handy gespeichert und das war jetzt hin...Pech. Sorry Jungens, das war höhere Gewalt. |
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| Am Sonntag Morgen ging es früh aus den Federn. Wir wollten zum Schleppen fahren. Vorher mussten noch die Rutenhalter montiert werden und der Downrigger oder besser gesagt die Halterung ans Boot angepasst werden. Dann ging es los. In Ufernähe schleppt man nicht, ist einer meiner Grundsätze. Diese Fische sind für andere Angler da die vom Ufer oder mit Bellyboot den Fischen nachstellen. In ca. 1,5 Km Abstand zur Küste fuhren wir mit 6 Ködern in Schlepp der Nordspitze entgegen. Es war zum Heulen. Entweder liefen die Slide-Diver vernünftig oder der Downrigger. Die beiden Köder an der Oberfläche kamen manchmal sogar aus dem Wasser gehüpft wenn die Downriggerruten durch regelmäßiges Heben und Senken der Spitze einen guten Köderlauf signalisierten. Dabei überholten uns dann leider die Slide-Diver. |
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| Ein vernünftiges Schleppen war zu der Zeit nicht möglich. Andere Troller im Hafen bestätigten dieses am Nachmittag als wir entnervt den ersten Schleppversuch aufgaben. Doch bevor wir ganz aufgaben stellte ich den Downrigger auf 28 Meter nachdem wir die Kante zur Fahrrinne angesteuert hatten. 2 Breakpoint Blinker in Heringsgröße liefen jeweils in 28 und 24 Meter Tiefe bei einer Wassertiefe von ca. 32-33 Metern. Die anderen Ruten waren eingeholt und verstaut. Wir suchten die Dorsche. Wir fingen auch einige Dorsche die allesamt an dem oberen Köder bissen. Gut zu wissen! Beim Schleppen kann man ja prima das Echolot beobachten und dabei vielen uns immer wieder verstreute Pünktchen in dieser Tiefe auf die eigentlich nur von Heringen stammen konnten. Diese Lümmels waren gar nicht am Grund. Die jagten Heringe...... |
| Erst mal Mittagspause machen. Schleppkram runter und die Norwegenknüppel ( Bootsruten mit 500gr. Wurfgewicht ) mit Multis bestückt. Am Nachmittag ging es dann wieder raus. Teilweise benutzte ich Gewichte von 750gr. Aber auch hiermit war der Grund oder die bevorzugten Tiefen nicht zu halten. Schade Schade. Mit bescheidenen Fängen liefen wir am Abend den Hafen an. Na ja... da haben wir nicht so viel zu schnippeln und können in Ruhe und Gemütlichkeit den Abend bei einem bis weisichauchnichtmehrgenau Bierchen ausklingen lassen. Ein Telefonat mit Snoek am Abend über Jürgens Handy trübte die Stimmung noch ein bisschen. Er hatte keinen Ersatzmann gefunden und würde Montag gegen Mittag mit seinem Boot das er mitnahm auf Langeland eintreffen. Wir verabredeten ein Treffen am Hafen. |
| Der Montag ging eigentlich recht schnell um. Die Strömung nahm langsam ab und der Wind drehte auf Süd von wo aus er mit 2-3 Windstärken blies. Wir wollten erst mal wieder Pilken und stellten mit Freude fest das man bereits mit 200gr. Pilker einigermaßen kontrolliert Angeln konnte. Es stellten sich auch schon bessere Fänge ein und unsere Fischkiste füllte sich allmählich mit Dorschen zwischen 45 und 60 cm. Um 11.00 Uhr rief Snoek an der sich bereits auf der letzten Brücke zu Langeland befand. Wir fuhren in den Hafen wo Snoek uns bereits erwartete. Nachdem wir alle zum Haus gefahren sind was gegessen haben und Snoek seine Angeln und das Boot vorbereitet hatte ging es noch mal raus zum Pilken. Wieder fingen wir viele Dorsche die am Grund den Krabben nachstellten. Die Pilker wurden mit schnellen kurzen 1-5 cm Zupfern knapp über Grund geführt. Hat prima geklappt und Spaß gemacht. |
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Dienstags dann die Erlösung. Die Strömung ging jetzt andersrum von Nord nach Süd. Der Wind nahm weiter ab und es wurde richtig gutes Angeln. Mittlerweile waren die Norwegenknüppel wieder eingemottet und mutig wie ich bin nahm ich neben der Softpilkrute auch noch eine Spinnrute mit einem Wurfgewicht von 15-45gr mit aufs Boot. Das war jedoch gar nicht nötig weil die Dorsche in bester Fresslaune waren. Wir fingen gut an diesem Tag, noch keine richtig großen Fische aber ich war mittlerweile ganz zuversichtlich. Wir ließen uns bei Tiefen zwischen 24 und 27 Meter bis zur grünen Tonne südlich von Spodsbjerg treiben um mal in 50 Meter Tiefe zu Angeln. Jörg hatte mir diesen Tipp gegeben und den wollte ich auf keinen Fall auslassen. Ich schätze mal 75% der Boote aus Spodsbjerg waren bereits vor Ort als wir uns langsam näherten. Kurz vor der Tonne an der Kante ins tiefe Wasser haben wir einige gute Dorsche erwischt. Jedoch blieb der Erfolg direkt in 50 Metern Tiefe aus. Nach ca. 3 Stunden brachen wir das Angeln dort ab weil der Wind wieder zunahm und wir mittlerweile schon ca. 7 Stunden auf See waren. Feierabend für Heute. Es folgte noch das Filetieren was an diesem Tag schon fast 2 Stunden dauerte. Irgendwann müssen wir aber noch mal schleppen sagte ich am Abend zu Jürgen. Ok, morgen früh noch mal Pilken und ab dann nur noch schleppen. |
| Mittwoch war Ententeich. Die Ostsee lag nahezu spiegelglatt vor uns. Ein Hauch von Wind streifte manchmal übers Wasser und die Stille auf See wollte ich in diesem Moment mit nichts auf der Welt tauschen. Perfektes Wetter fürs Meeresangeln. Petrus hatte ein Einsehen und sollte es noch besonders gut an diesem Tag mit uns meinen. Wir pilkten vor Spodsbjerg in Tiefen von 27 bis 38 Metern. Als ich aufs Echolot sah bemerkte ich wieder diese kleinen Punkte auf dem Echolot. Hering ?? Wer weiß. Mal sehen. Ich holte meinen 75gr. Pilker einige Meter über Grund und begann langsam zu zupfen. Immer nur ein kleines bisschen um einen armen kleinen kranken Hering zu imitieren. Hin und wieder „legte“ ich den Pilker auf die Seite und ließ ihn 2-3 Meter runtertaumeln. Dann wieder vorsichtig mit kleinsten Zupfern und einigen Pausen nach oben geholt. Gerade als ich mal wieder völlig regungslos im Boot saß ....TOCK!!. Irgendwas hat in ca. 30 Metern Tiefe meinen Pilker angestupst. Konnte man durch die geflochtene Schnur von knapp 9Kg Tragkraft sehr gut merken. Warten,..... unendlich lange ließ ich meinen Pilker einfach regungslos ca. 8 – 9 Meter über Grund baumeln...TOCK !! Das gibt’s doch gar nicht. Was ist denn da los?? Es waren nicht die gleichen Schläge wie bei Dorschen die einen Beifänger wieder ausspuckten es war irgendwie anders. TOCK!! wieder spürte ich diesen leichten Schlag in der Rute. Beim nächsten mal bist du dran, dachte ich gerade als... TOCK!! Und gleichzeitig kam der Anhieb. Der saß. Meine Softpilke bog sich bis ins Handteil. 0,40er Vorfach mit 9Kg Tragkraft die geflochten knapp unter der Tragkraft des Vorfachs und dann dieser Gummiknüppel der so ganz allmählich zum U wurde. Dieses U-Boot zog mir mit den gelassenen Schlägen eines Großfisches die Schnur von der Rolle. Immer langsam dachte ich mir, lass ihn ziehen. Lass Ihn ziehen !! Immer wieder musste ich mich selbst bremsen um nicht doch noch die Bremse zu verstellen. Nach endlosen 70 Meter (so ungefähr ) blieb er dann stehen. Er schlug kräftig mit dem Kopf und versuchte den Pilker loszuwerden. Ich griff die Spule und forcierte den Drill. Langsam...ganz langsam kam er wirklich Zentimeter für Zentimeter näher. Ich hielt ihn ca. 10 Minuten fast auf der Stelle, die Rute immer noch gebogen so das der Spitzenring schon näher zum Wasser war wie das untere Ende der Rute. Die mächtigen Schläge des Fisches ließen die Rutenspitze immer wieder um ca. 40-50 cm zurückschnellen. Ich beschloss jetzt doch ein bisschen mehr „Gas“ zu geben. Der muss hochkommen dann hast du gewonnen, sagte ich in Gedanken zu mir. Er kam hoch...immer höher bis er so ca. 15 Meter über Grund ausschlitzte... Weg...einfach weg. Fassungslos starrte ich zuerst zu Jürgen und dann zur schlaff nach unten baumelnden Schnur. Weg war er.. .... .... .... |
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| Nach ca. 5 sec. des Trauerns holte ich jedoch nicht die Schnur ein sondern „legte“ den Pilker wieder auf die Seite und ließ ihn zum Boden taumeln. Ich schätze so ca. 5 Meter über Grund gab es wieder einen Schlag in der Rute. Ein Anhieb war nicht nötig. Dieses mal wurde die Schnur mit größerer Geschwindigkeit von der Rolle gezogen. Ist nicht der gleich sagte ich zu Jürgen, der ist kleiner. Unaufhörlich sah ich meine Angelschnur in den Weiten der Ostsee verschwinden. Das gleichmäßige Geräusch der Bremse die wiederwillig die Schnur freigab klang wie Musik in meinen Ohren. Ich pumpte wieder ran und der Fisch holte sich die Schnur zurück. Kein Klopfen kein Schlagen. Er schwamm hin und her und zog in die Strömung der Fahrrinne. Hier musste ich wieder in die Spule fassen um den Fisch halten zu können. Wiederwillig folgte er der Drift des Bootes und langsam konnte ich Schnur zurück auf die Rolle bekommen. Er kam immer näher und nach ca. 15 Minuten konnten wir einen Dorsch von 11,75 Kg und einer Länge von 1,09 Metern gaffen. Geschafft !! Aber was war mit Jürgens Fisch ?? Während meines Drills hat doch auch er einen großen Fisch an der Angel gehabt. „Der ist ausgeschlitzt“ sagte er mit traurigem Blick. Im Langelandsbaeld wachsen solche Fische nicht auf den „Bäumen“ und die nächste Chance ließ bestimmt wieder einige Zeit auf sich warten. |
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Wir fuhren rüber zu Snoek der ca. 1,5 Kilometer von uns entfernt Angelte um Ihm von unsern Erlebnissen zu berichten. Er schaute auf den Fisch der bereits im Boot lag und zeigte uns einen Dorsch von 4,5 Kg. Große Fische heute sagte er gelassen. Zurück zur Stelle an der wir eben die Bisse hatten und es ging gleich wieder los. Oder auch nicht, ein vermeintlicher Großdorsch entpuppte sich als Hänger den ich nur mit Hilfe unseres Abschlagstocks lösen konnte. Irgendwie hab ich nicht richtig auf die Windungen der geflochtenen geguckt und anscheinend haben sie sich gekreuzt. Jedenfalls ist mir die Schur direkt am Stock gerissen. Wo ist die Ersatzspule ?? In der Hütte !! Trocken und sauber gelagert. Mist !! Mir blieben ca. 80 Meter Schnur. Ich fragte Jürgen lieber nicht ob wir mal kurz an Land fahren können.Ich knüpfte also ein Vorfach und hing einen neuen Pilker in den Wirbel. Den Beifängerhaken beköderte ich wie immer mit Wattwurm. Runter mit dem Rummel !! |
| Es folgten wieder die üblichen Pilkspielchen. Armes krankes Fischlein, so muss der Pilker laufen. Und ich pilkte und pilkte und zupfte und zupfte ließ taumeln und so weiter und sofort. Nichts !! Gerade als ich die Drift abbrechen wollte TOCK!! Sofort der Anhieb und der saß. Dieses mal ging es richtig ab. Unaufhörlich und rasend schnell flog die Schnur von der Rolle. Den hältst du nie, Niemals !! Ich wagte nicht die Bremse anzufassen und musste aber doch. Klick für Klick drehte ich die Bremse zu. Der Fisch wurde einfach nicht langsamer. Meine Rute befand sich bereits an der Bruchgrenze und ich mich in der Nähe eines Herzinfarktes. Ich sah bereits den Spulenkern unter den verbliebenen spärlichen Schnurwindungen durchschimmern. Sekt oder Selters...Barfuss oder Lackschuh. Ich griff mir die Spule und hielt einfach fest. Die Schläge federte ich mit der Rute soweit wie möglich ab. Nach endlosen Minuten des Haltens und Abfederns der mächtigen Schläge kam der Fisch langsam näher. Meter für Meter gewann ich wieder Schnur zurück auf die Rolle. Langsam aber sicher näherte er sich der Oberfläche. Ich werde wohl nie im Leben vergessen wie der Fisch als mächtiger weißer Schatten in der Tiefe zu sehen war. Als er so ca. 10 Meter tief war gab er auf. Ab jetzt war er nur noch schwer. Noch ein, zwei Minuten, dann konnte ich einen Dorsch von 16-16,5 Kg Gewicht und einer Länge von 1,13 Metern gaffen. Das Gewicht gebe ich an dieser Stelle nicht so genau an weil er beim Angelzentrum etwas über 16,0 Kg wog, Thomas jedoch 16,25 Kg auf die Meldekarte für Rute und Rolle schrieb. Bei Ole Dehn (da musste ich noch hin weil man dort für den Fisch des Jahres eine Woche Bootsmiete gewinnen kann) wog er 16,5 Kg. Also sucht Euch was davon aus. Mir egal. Er war mir und meiner Angelrute groß genug. |
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| Nach einer Weile stieß dann Snoek zu uns der irgendwie ganz ungläubig auf meine Beute schaute. Wir Angelten noch eine Weile weiter aber es war vorbei, an diesem Tag keine weiteren Bisse großer Dorsche. Nach dem Filetieren dann eine kleine Feier. Mit allen guten Worten die ich kannte konnte ich Jürgen nicht mehr davon überzeugen zu schleppen. Er wollte auch so einen Dorsch und diesem Wunsch gab ich gerne nach, obwohl er schon solche Fische gedrillt hatte. Wir beide waren heiß auf Dorsch dieses Jahr und das war auch gut so. Wie immer waren wir uns einig. | ||
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| Der Donnerstag verlief ohne besondere Vorkommnisse. Wir Pilkten weiter und fingen wieder normale Dorsche zwischen 15 und 60 cm Länge. Die Konzentration an diesem Tag unseres Urlaubs war nicht die beste. Ob das am Schnaps lag ?? Glaub ich zwar nicht aber könnte sein. | ||
| Am Freitag, unserem letzen Angeltag gelang es mir dann noch zwei gute Dorsche von 6,5 und 7,5 Kg Gewicht zu fangen. Nachmittags gaben wir unser Boot zurück und dieser Angelurlaub war so gut wie vorbei. Wir ließen den Abend gemütlich bei einem Bierchen ausklingen. |
| Samstag Morgen noch kurz beim Angelzentrum Langeland vorbei um den Warengutschein für den Fisch der Woche auf den Kopf zu hauen, Schlüssel bei Novasol abgegeben und wieder stampfte der Diesel meines alten „Kumpels“ erwartungsvoll als wir uns der Autobahn näherten. | |
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Tschüß Langeland ... bis zum September. |
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© Thomas Effing www.bootsangler.com |